Ernährung – Infos und Experimente

Vorab ein paar Hintergrundinfos zur Ernährung

Wir unterscheiden Makro- und Mikronährstoffe

Unsere Ernährung besteht aus unterschiedlichen Nährstoffen, die wir wiederum in Makro- und Mikronährstoffe unterscheiden. Zu den Makronährstoffen zählen Kohlenhydrate, Proteine (also Eiweiße) und Fette. Die Mikronährstoffe werden in Vitamine und Mineralstoffe eingeteilt. Sie alle sind für unseren Körper notwendig, da sie unterschiedliche Aufgaben erfüllen.

Kohlenhydrate werden von unserem Körper in Glukose umgewandelt und versorgen uns mit Energie. Diese benötigen wir zur Bewältigung unseres Alltags, aber auch für die Körperfunktionen, die unbewusst ablaufen (beispielsweise das Atmen).

Proteine spaltet der Körper in Aminosäuren auf, die zur Reparatur und dem Aufbau der Muskulatur benötigt werden und Fette unterstützen den Körper in Form von Fettsäuren bei der Aufnahme der Mikronährstoffe.

Vitamine werden zur Regelung von Stoffwechselabläufen benötigt. Mineralstoffe hingegen werden zusätzlich noch für den Aufbau und Erhalt des Körpers eingesetzt .

Die (Sonnen-)Energie in unserer Nahrung – Wir essen die Sonne

Ja genau, das tun wir… Aber wir setzen uns jetzt natürlich nicht in den (Winter-)Garten, brutzeln in der Sonne und glauben, dass wir davon satt werden!  😉
Tatsächlich essen wir Energie der Sonne insofern, dass die Energie und Nährstoffe in unserer Nahrung durch sie entstehen. Pflanzen nehmen Kohlendioxid aus der Luft und Wasser aus dem Boden auf. Sobald beide die Oberfläche ihrer Blätter erreichen, werden sie der Sonnenenergie ausgesetzt. Es erfolgt eine chemische Reaktion, die beides spaltet und neu zusammen setzt. Das Produkt: Kohlenhydrate (Glukose) und Sauerstoff – wobei der Sauerstoff über die Blätter abgegeben wird. Die gebildete Glucose ist Grundlage für die Bildung weiterer organischer Stoffe in den Pflanzenzellen (andere Kohlenhydrate, aber auch Fette, Eiweiße, Vitamine und viele mehr).

Seit den 1920er Jahren haben wir die  Energie in unserer Nahrung in Kalorien – oder besser gesagt: in Kilokalorien – gemessen. Diese Maßeinheit ist mittlerweile veraltet und Wissenschaftler messen heute mit Joule. Trotzdem ist sie noch im allgemeinen Gebrauch und ich denke, die meisten von uns können mit Kalorien mehr anfangen. (Mehr Informationen über den Energieverbrauch des Körpers.)

Die verschiedenen Makronährstoffe bieten unterschiedlich viel Energie:

  • Kohlenhydrate liefern 4 Kalorien pro Gramm
  • Proteine liefern 4 Kalorien pro Gramm und
  • Fette liefern 9 Kalorien pro Gramm (wir kommen also vergleichsweise länger mit der Energie eines Gramms Fett aus).

Die Kalorienangaben sagen aus, mit wieviel Energie ein Nahrungsmittel uns beim Verzehr versorgt. ABER Kalorien allein sind kein angemessenes Maß für eine vernünftige, gesunde Ernährung – dafür müssen wir auch noch die Mikronährstoffe in unserer Nahrung betrachten!

Wir leben in einer Welt, in der Nahrung voller Chemie – aber Kosmetik voller natürlicher Stoffe ist.

Mikronährstoffe, also Vitamine und Mineralien, sagen etwas über die Qualität unserer Nahrung aus (zeigen uns wie hochwertig sie ist). Natürliche Lebensmittel  enthalten eine Vielzahl von Mikronährstoffen. Im Gegensatz dazu enthalten industriell verarbeitete Lebensmittel gelegentlich hinzugefügte Vitamine und Mineralstoffe, da ihnen im Zuge der Verarbeitung die natürlichen Nährstoffe verloren gingen. Je weiter ein natürliches Lebensmittel verarbeitet wurde, desto weniger hochwertige Nährstoffe sind darin enthalten. (Von ungesunden Zusatzstoffen wie Geschmacksverstärkern, Aromastoffen, Farbstoffen, Stabilisatoren und Emulgatoren mal ganz zu schweigen…)

Es ist daher problemlos möglich, den gesamten Kalorienbedarf eines Tages in einer Mahlzeit zu sich zu nehmen, ohne dem Körper die benötigten Nährstoffe zu geben. Daher macht es einen riesigen Unterschied, ob wir „leere Kalorien“ in Form von beispielsweise Limo und FastFood zu uns nehmen oder aber Früchte, Gemüse etc. essen, die uns mit sowohl Kalorien als auch mit wertvollen Nährstoffen versorgen!

Transportmittel Wasser

Wasser zählt nicht wirklich zu Nährstoffen. Trotzdem ist es superwichtig, um unseren Körper mit den durch die Nahrung aufgenommenen Nährstoffen zu versorgen. Es sorgt dafür, dass wir über ausreichend Flüssigkeit verfügen. Diese wiederum transportiert die Nährstoffe dahin, wo sie gebraucht werden. Hier findest du weitere  Hintergrundinformationen und Trinkempfehlungen.

Experimente mit verschiedenen Ernährungsstilen

Ich habe ja schon erzählt, dass es einen Zeitpunkt in meinem Leben gab, an dem ich dringend abnehmen wollte. Ganz klar musste Sport herbei und ich habe mich  HalsüberKopf in „Hardcore“-Trainings gestürzt (meine ersten Erfahrungen mit Sport zum Abnehmen). Blöderweise hat mir das ganze Abrackern zunächst einmal so gut wie nichts gebracht, weil ich meine Ernährungsgewohnheiten beibehalten hatte. Also…eigentlich nicht ganz: ich habe sogar mehr gegessen als zuvor und ich durfte das auch, schließlich hatte ich ja Sport gemacht!

So richtig sinnvoll und zufriedenstellend war das alles also nicht. Ich recherchierte und stellte fest: Mist, ich muss mich jetzt auch noch mit Ernährung auseinandersetzen! Also habe ich nach und nach verschiedene Ernährungskonzepte ausprobiert. Da der Körper immer einige Zeit benötigt, um sich auf einen neuen Ernährungstil einzustellen, habe ich diese immer für ein paar Monate beibehalten. Außerdem habe ich in der Zeit immer sehr regelmäßig weitertrainiert. Daher denke ich, meine Ergebnisse der verschiedenen Ernährungsstile vergleichen zu können.

Low Carb – No Carb – Paleo

Der Klassiker ist sicherlich die „Low Carb“-Diät, bei der zu einem Großteil auf Kohlenhydrate verzichtet wird und entsprechend mehr Proteine (Eiweiße) und Fette gegessen werden. Ich bin mir fast sicher, dass jeder von euch jemanden kennt, der genau auf diesen Ernährungsstil schwört!

Mir hat er leider überhaupt nichts gebracht und so habe ich mich auf „No Carb“ gesteigert. Es gab also überhaupt keine kohlenhydratlastigen Lebensmittel mehr für mich, weil ich Kohlenhydrate weitestgehend vermeiden wollte. Ganz lässt sich das natürlich nicht umsetzen, da ein gewisses Maß an Kohlenhydraten ja in jedem Gemüse und Obst zu finden ist. So *bildete ich mir ein* müsste es mit dem Abnehmen ja sicherlich funktionieren. Tat es aber nicht!

Also ging es weiter auf die nächste Stufe: die Paleo-Diät, die sich an der ursprünglichen Ernährung derJäger und Sammler orientiert. Hier werden unverarbeitete, nährstoffreiche Lebensmittel in Form von Gemüse, Obst, Nüsse & Samen, Fleisch, Fisch und Eiern gegessen. Das klingt ja schon einleuchtend und ergebnisversprechend! Doch davon abgesehen, daß ich diesen Ernährungsstil als extrem mühsam und schwer umsetzbar empfand, habe ich auch nach ein paar Monaten Paleo keine wirklichen Ergebnisse erzielen können.

High Carb – Kalorienzählen

Also Umschwung auf das komplette Gegenteil: High Carb – viele Kohlenhydrate und wenig Fett. Interessanter Weise begann ich nach dieser Umstellung dann doch endlich abzunehmen. Das klappte aber auch nur bis zu einem gewissen Punkt und dann ging es plötzlich nicht mehr weiter. Und so wirklich zufrieden war ich mit den Ergebnissen auch noch nicht.

Dann habe ich wieder weitergesucht und „des Rätsels Lösung“ gefunden: Kalorien zählen und schauen, dass man mehr verbrennt als man zu sich nimmt. Ich habe  weiterhin „High Carb“ gegessen und dazu Kalorien gezählt und ein großes Defizit eingerechnet – was dazu führte, dass ich im Endeffekt viiiel zu wenig gegessen hatte. Das fand der Körper auch nicht gut und ließ kein Grämmchen Fett mehr gehen – wir waren ja schließlich in einer Hungersnot!!! (Wie genau der Körper reagiert, kannst du  hier nachlesen.) Aber das muss man auch erst einmal verstehen und einsehen!

Ausgewogene, gesunde Ernährung

Irgendwann stolperte ich bei meinen Recherchen über Ernährungsempfehlungen von u. a. der Weltgesundheitsorganisation. Und so habe ich festgestellt, dass ich mich scheinbar unterernährte und es kein Wunder war, dass ich meinem Traumkörper nicht näher kam. Nachdem also alle Versuche mit „Wunder-Diäten“ bei mir gescheitert waren, begann ich dann endlich, mich ausgewogen und gesund zu ernähren. Ich achtete darauf, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Getreide (möglichst Vollkorn), Gemüse, Früchten, Milchprodukten, Fleisch bzw. Eiern und ungesättigten Fetten zu mir zu nehmen. Außerdem passte ich darauf auf, ausreichend zu trinken.

Anfangs habe ich mich extrem schwer damit getan, die notwendigen Essensmengen irgendwie runter zu bekommen. Gefühlt war ich den ganzen Tag mit essen beschäftigt. Und auf einmal war es gar nicht mehr so schwierig, meinen Körper mit Hilfe von Ernährung und Sport so zu formen, wie ich es wollte.

Was ich gelernt habe…

Ich möchte keinen der verschiedenen Ernährungsstile verteufeln und weiß auch sehr genau, dass jeder Körper anders ist und anders reagiert. Für mich hat vieles nicht funktioniert, was für andere eine „Wunderwaffe gegen den Speck“ ist. Nach meinen Erfahrungen und mit meinem heutigen Wissen tut man sich aber mit radikalen Diäten wirklich keinen Gefallen (man beruhigt nur seine Ungeduld 😉 ). Außerdem war mein Ziel nicht die Teilnahme an irgendwelchen Bodybuilder-Meisterschaften oder ähnliches. Ich wollte mich wieder wohl fühlen und mir selbst gefallen – und ich denke, euch geht es sicher ähnlich (sofern ihr überhaupt etwas ändern möchtet)!

Ich habe die geläufigsten Dinge ausprobiert und viel über meinen Körper und im Allgemeinen über Ernährung gelernt. Im Nachhinein muss ich gestehen, dass ein Großteil meiner „Experimente“ gar nicht gut für meinen Körper war. Und ich bin heilfroh, dass ich zumindest nicht auf die Idee gekommen bin, auch noch mit irgendwelchen Diätshakes rumzuprobieren (bitte, bitte lasst so einen Quatsch!)!

Nach der ganzen Odysee und mit meinen körperlichen und geistigen Fortschritten im Gebiet der Ernährung bin ich der festen Überzeugung, dass keine Diät dafür geeignet ist, für einen langen Zeitraum durchgeführt zu werden. Der Körper braucht die verschiedenen Nährstoffe nicht ohne Grund und es ist einfach nicht gesund, ihm langfristig einen davon vorzuenthalten.

Das Geheimnis:
Es gibt kein Geheimnis – mit einem bisschen Disziplin für Ernährung und Bewegung kannst du alles erreichen!

Aus meiner Sicht hilft nur eine dauerhafte Umstellung auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung. Damit bekommt der Körper alles, was er benötigt, um optimal funktionieren zu können. Wenn man ihm dann noch die notwendige Bewegung ermöglicht (hier steht warum), dankt er es einem, indem er sich von seiner besten Seite zeigt.

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man bei diesem Lebensstil übergewichtig wird oder bleibt 😉

 


Mich interessieren deinen Gedanken zu meinem Beitrag…

Hast auch du schon einen dieser Ernährungsstile ausprobiert? Oder vielleicht einen anderen?
Welche Erfahrungen hast du damit gemacht?

Dir hat der Artikel gefallen? Dann sei doch so nett und teile ihn 🙂


 


Foto & Bearbeitung: Trash-Art by Dionisio Martena



Share the love
  • 22
    Shares

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

neunzehn − neun =