Finde den richtigen Sport für dich

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Der erste Schritt…

Du hast nun also die Entscheidung getroffen, dich zukünftig mehr zu bewegen. Herzlichen Glückwunsch, diese Entscheidung war schon der erste Schritt zu einem aktiveren Leben 🙂

Für eine Entscheidung gibt es in der Regel einen Grund oder ein Ziel. Ob du nun deine Form verändern, stärker werden oder deine Gesundheit verbessern möchtest – es war der Grund für deine Entscheidung, dich mehr zu bewegen, und ist daher extrem wichtig!

Was hat dich motiviert?

„Nature has placed mankind under the governance of two sovereign masters, pain and pleasure. It is for them alone to point out what we ought to do, as well as to determine what we should do […]. They govern us in all we do, in all we say, in all we think.” Bentham

Der Mensch hat also zwei wesentliche Antriebe: Schmerz und Vergnügen. Er kommt somit ins Handeln, wenn entweder das Ziel ausreichend Vergnügen verspricht oder aber der Leidensdruck in der aktuellen Situation groß genug ist. Es ist ganz egal, welches Ziel dich zu der Entscheidung motiviert hat. Bitte behalte es im Hinterkopf, schreibe es auf, male es, denke daran, wenn es schwierig wird! Dein Ziel wird dir helfen, durchzuhalten. Denn es gibt auch blöde Tage…und das blöderweise gerade am Anfang…und da ist es oft hilfreich, sich das Ziel immer wieder vor Augen zu führen.

Die Entscheidung für Sport ist gefallen, das Ziel ist definiert, wir sind hochmotiviert!!! Jetzt macht es Sinn, die ganze Motivation zu nutzen und…. Als ich an diesem Punkt angekommen war, wusste ich erst einmal nicht so richtig, was ich tun wollte.

Diese Fragen solltest du dir stellen

Was schränkt mich ein?

Abgesehen von wenigen Ausnahmen kann sich jeder in irgendeiner Form sportlich betätigen, wenn er es wirklich, wirklich möchte. Gesundheitliche Einschränkungen sind „Einschränkungen„, weil man aufgrund seiner Verfassung im Vergleich zu gesunden Menschen in seinen Möglichkeiten eingeschränkt ist. Man kann nicht alles tun. Das heißt aber nicht, dass man überhaupt nichts tun kann.  Ganz im Gegenteil: Vermutlich freut sich jeder Arzt darüber, wenn ihm sein Patient eröffnet, dass er sich zukünftig sportlich betätigen möchte. Der Mensch ist ja schließlich dafür gemacht, sich zu bewegen! (Warum? Schau hier…)

ABER: Jeder muss seine ganz persönlichen Besonderheiten bei der Wahl seines Sports berücksichtigen – und sei es lediglich, dass er in sportlicher Hinsicht ein absoluter Anfänger ist. Außerdem lohnt sich eine ärztliche Abklärung (Hausarzt, Orthopäde, etc.), da sie der Vermeidung folgenschwerer Fehler dienen kann.

Für mich bedeutet das: Dank ärztlicher Abklärung verpasste mir mein Orthopäde zum Start gleich ein Paar Kniebandagen, um meine Knie beim Laufen zu stabilisieren und zu schützen. Meine letzte Untersuchung zeigte, dass sich meine Knie durch den Sport sehr verbessert und stabilisiert haben. Ich brauche die Bandagen zwar noch immer, aber hey…es ist ein toller Fortschritt und ich hab mich wirklich wahnsinnig darüber gefreut! Mal sehen, wie lange sie überhaupt noch nötig sind… 🙂

Wann und wo?

Jeder kennt den inneren Schweinehund, unseren Teil des Gehirns, der unsere „gemütliche“ Routine so sehr liebt und der so überhaupt keine Lust hat, sich auf ein aktives Leben umzustellen. Tatsächlich dauert es Wochen, bis man eine Gewohnheit abgelegt oder sich eine neue aneignet. Um unserem Ziel näher zu kommen, brauchen wir wiederum Routine…Regelmäßigkeit!

Gibt es Zeiten, die ich regelmäßig für Sport nutzen kann? Zu welcher Tageszeit fällt mir Sport am leichtesten…oder ist die Überwindung am geringsten? Nachdem ich meine Zeiten gefunden hatte, habe ich bestimmte Tage für Trainingseinheiten festgelegt. So habe ich einen regelmäßigen Termin, eine Verpflichtung und die Wahrscheinlichkeit, dass das Training „auf morgen“ verschoben wird sinkt rapide!

Neben der Zeit ist der Ort bei der Wahl eines Sportes nicht zu vernachlässigen. Ist es möglich, regelmäßig an einem bestimmten Ort zu sein oder brauche ich einen Sport, der überall ausgeführt werden kann?

Die Einschätzung sollte möglichst realistisch sein, sonst wird aus der freudigen Motivation nur traurige Frustration. Ein Beispiel: Als Nachteule werde ich ganz, ganz sicher nie auf die Idee kommen, morgens eine Stunde früher aufzustehen, um vor der Arbeit zu sporteln. Ich bewundere Leute, die das schaffen und sehe auch die Vorteile davon…es wird vermutlich trotzdem nie passieren und den täglichen Frust, es mal wieder nicht geschafft zu haben, den spare ich mir und habe dafür länger Spass am Sport! 🙂

Allein oder in der Gruppe?

Brauche ich zeitliche und / oder örtliche Unabhängigkeit? Ist unangenehm, wenn mich andere beim Sport sehen oder könnten die anderen vielleicht zu schnell für mich sein? Dann macht es Sinn, lieber allein zu trainieren und Sachen wie Fitnessprogramme (per Internet / App) und  Laufen oder Schwimmen könnten was für mich sein. Das kann man ja auch zusätzlich in Gruppen machen, und selbst für die Fitnessprogramme per App gibt es mittlerweile in vielen Städten Gruppen, die sich irgendwo zum Training treffen.

Brauche ich Motivation durch andere, halte Verabredungen besser ein als „Dates mit mir selbst“ oder macht es einfach mehr Spass, wenn viele Leute dabei sind? Dann können  Gruppensportarten wie Tanz, Yoga, Ballsport, Reitsport, Kampfsport oder ähnliches in Frage kommen. Neben den typischen Gruppensportarten gibt es ja auch noch ganz viele andere Sachen, die in Gruppen Spaß machen…spontan fallen mir Gassi-/Spazier-/Lauftreffs, Wandergruppen oder  Schwimmkurse ein.

Meine ursprüngliche Motivation für mehr Bewegung lag darin, dass ich mich in meinem Körper nicht mehr wohl gefühlt hatte. Nachdem ich seit ewigen Zeiten keinen Sport getrieben hatte, fühlte ich mich zusätzlich unsicher. Ich wollte mich auf gar keinen Fall in dem Zustand irgendwelchen Sportkanonen präsentieren. Mal ganz abgesehen davon, dass ich als Unternehmensberaterin ohnehin auf absolute zeitliche und örtliche Unabhängigkeit angewiesen war, kann ich es also total verstehen, wenn man erst einmal lieber für sich allein trainieren möchte. Der Rest kommt dann über die Zeit von selbst 🙂

Drinnen oder Draußen?

Im Winter ist es drinnen warm und trocken…im Sommer liebe ich die frische Luft und die Sonnenstrahlen auf der Haut..

Für Leute, die sich beim Sport gerne drinnen aufhalten möchten, könnten ein Fitnessstudio, eine Tanz-, Yoga- oder Kampfsportschule oder eine Turnhalle des Turnvereins der Ort der Wahl sein. Viele fühlen sich aber nicht wohl dabei, wenn andere sie beim Sport sehen und möchten erstmal in den eigenen vier Wänden sporteln – was der Markt mit einer Vielzahl von Fitnessvideos und -programmen per DVD, Internet oder App beantwortet. Sofern ein Crosstrainer oder Laufband vorhanden ist, kann man außerdem auch drinnen prima laufen.

Ist man gern draußen in der Natur könnten Wandern oder Radsport genau das Richtige sein.

Außerdem lassen sich viele Sportarten sowohl drinnen als auch draussen ausführen, wie beispielsweise Laufen, Ballsport oder Reitsport – aber auch Klettern und Yoga.

Unglaublich, ich mach Sport…und das fast jeden Tag!

Meine Entscheidung zu mehr Bewegung und Sport fiel mit dem Ziel, meine Form zu verändern – die Motivation dahinter: Leidensdruck. Es sollte ein regelmäßiges, abendliches Training an festen Wochentagen sein und ich entschied mich für den Anfang für 5 Trainingstage, an denen ich für ca. 30 Minuten trainieren wollte. Jobbedingt kommt es selten vor, dass ich 5 Abende hintereinander an einem Ort bin – nicht einmal zuhause – und so war für mich klar, dass mein Sport überall durchführbar sein musste…am liebsten drinnen.

Ich suchte stundenlang im Internet, bis ich etwas Interessantes fand und startete letzlich mit einem Fitnessprogramm, mit dem ich erst einmal die ganzen Haltungen, Übungen und ihre Namen kennenlernte (z.B. „Was zum Teufel ist ein Burpee?“) und erste Hinweise erhielt, worauf ich achten musste. Parallel dazu recherchierte und recherchiere ich noch immer weiter und probiere alles aus, was mir irgendwie interessant und sinnvoll erscheint. Dabei habe ich festgestellt, dass sich verschiedene Übungen in allen möglichen Sportarten/-programmen immer wieder finden.

Ich habe aber auch festgestellt, dass das Prinzip „Viel bringt viel“ hier einfach nicht gilt und, dass ich ziemlich unverantwortlich mit meinen Körper umgegangen war. Damit du meine anfänglichen Fehler nicht wiederholst, möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf meinen Artikel zu LISS (hier) verweisen. Gerade für Anfänger ist LISS sehr gut für den sportlichen Einstieg geeignet!

Jetzt du!

Hast du erst ein paar Ideen gesammelt, welche Sportarten dir gefallen könnten und mit dem Doc gesprochen, musst du eigentlich nur noch eines tun: Ausprobieren!

Um dauerhaft am Ball zu bleiben, sollte ein Sport richtig viel Spaß machen und nicht zu schwierig sein. Über die Zeit eröffnen sich dank verbesserter Ausdauer, Kraft, Balance etc. immer mehr sportliche Möglichkeiten und mit einem bisschen Kreativität fallen einem immer wieder neue Dinge zum Ausprobieren ein. Es gibt wahnsinnig viele Sportarten und es kommen nicht grundlos immer wieder Trendsportarten auf, die sich dann auch teilweise langfristig etablieren.

Jeder hat mal „keinen Bock“ und gerade solange der Schweinehund noch gegen die neue Gewohnheit kämpft, hat jeder harte Tage und zweifelt. Wenn dir aber der Sport grundsätzlich gefällt, du dir deine ursprüngliche Motivation immer wieder bewusst machst und dich durchkämpfst, wirst du irgendwann dafür belohnt! Ganz sicher! Hätte man mir früher gesagt, dass die Aussage mal von mir kommen wird, hätte ich lauthals gelacht, aber:

Irgendwann macht Sport tatsächlich wahnsinnig viel Spass. Man sieht und spürt die positiven Veränderungen im Körper, wird stärker, fühlt den Körper bewusster und VERMISST den Sport, wenn man nicht dazu kommt!…ohne Scheiß 😉



Ganz bestimmt sind hier superviele tolle Sportarten durch mein Raster gefallen…wenn du also was ergänzen oder uns einen tollen Sport vorstellen möchtest, freue ich mich auf deinen Kommentar! 😉


 


Foto & Bearbeitung: Trash-Art by Dionisio Martena



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