Glück kann sich jeder leisten!

SabrinaGarre Glück

Wer kennt das nicht – die ewige Suche nach dem Glück…

Wenn ich diesen Job habe, bin ich glücklich. Wenn ich dieses Einkommen habe, bin ich glücklich. Wenn ich dieses Auto habe, bin ich glücklich. Wenn ich diese Wohnung / dieses Haus habe, bin ich glücklich. Wenn ich mir diesen Urlaub leisten kann, bin ich glücklich. Wenn, wenn, wenn….und wann ist man tatsächlich glücklich?

In meinem Leben habe ich schon viele tolle Dinge genießen dürfen – nicht zuletzt dank meines Jobs in der Unternehmensberatung. Ich habe gut verdient, konnte mir neben dem was man sich im Alltag so wünscht einen grandiosen dreieinhalbwöchigen Urlaub in Thailand leisten und habe viele wirklich tolle Städte gesehen. Ich wohnte in den besten 5-Sterne-Hotels, in denen man mir jeden Wunsch erfüllte. Dazu bin ich komfortabel gereist – entweder im Flieger, erster Klasse im ICE, ich habe mir einen Wagen gemietet (den ich mir selbst niemals leisten kann) oder wurde sogar von einem Chauffeur gefahren.

Das war alles wirklich richtig klasse und ich habe es sehr genossen! Aber macht es wirklich glücklich?

Was ist Glück?

Laut Duden ist Glück eine „angenehme und freudige Gemütsverfassung, in der man sich befindet, wenn man in den Besitz oder Genuss von etwas kommt, was man sich gewünscht hat; Zustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung„.

Bedürfnisse

Jeder Mensch hat Bedürfnisse. Das heißt: Man verspürt einen Mangel und möchte diesen beseitigen. Nun gibt es verschiedene Arten der Einteilung von Bedürfnissen. Für unsere Betrachtung konzentrieren wir uns auf die Unterscheidung nach der Materialität. So unterscheiden wirmaterielle und immaterielle bzw. soziale Bedürfnisse.

Materielle Bedürfnisse

Materielle Bedürfnisse sind Wünsche nach Besitz oder Nutzung von Dingen, die man mit Geld kaufen kann.

Das Blöde bei der Erfüllung dieser Bedürfnisse ist nur, dass die dabei entstehenden Glücksgefühle im Normalfall nur von kurzer Dauer sind. Man gewöhnt sich an das, was man besitzt und verlangt immer mehr. Das führt aber letztlich nur dazu, dass man seinem Glück immer weiter hinterher jagt und keine Chance hat jemals für eine längere Zeit wirklich glücklich zu sein. Das kennt sicher jeder. Ich bin beispielsweise anfangs bei dem Anblick meiner Hotelzimmer absolut aus dem Häuschen geraten. Nach einiger Zeit war es dann ganz normal so zu wohnen und irgendwann fand sich selbst bei dem tollsten Hotel etwas zu meckern.

Statistiken zeigen, dass Geld nur glücklich macht, wenn man wirklich arm ist. Hat man aber genug, um seine Grundbedürfnisse (einfache, auch bei geringen Ansprüchen zum Leben notwendige Bedürfnisse, wie z.B. Nahrung oder Kleidung) zu erfüllen, führt mehr Geld keineswegs zu mehr Glück.

Würde der Konsum materieller Dinge wirklich glücklich machen, müssten ja alle Reichen und Schönen glücklich sein. Sie haben viel Geld, tolle Häuser, grandiose Karrieren, viel Macht und sie können sich alles leisten. Doch genau über diese Menschen liest man immer wieder, dass sie Probleme mit Depressionen haben, Alkohol und Drogen missbrauchen oder sich im schlimmsten Fall sogar das Leben nehmen. Ganz überraschend ist das nicht. Wenn man alle Dinge bekommen hat, die man sich jemals wünschen könnte und plötzlich feststellt, dass man noch immer nicht glücklich ist…was dann?

Immaterielle Bedürfnisse

Immaterielle Bedürfnisse entsprechen dem Wunsch nach Sicherheit, Geborgenheit, Liebe, Ansehen oder eben auch Glück.

Zwischen beiden Arten von Bedürfnissen gibt es eine enge Verbindung. Oft werden immaterielle Bedürfnisse (insbesondere die nach Anerkennung und Zugehörigkeit) durch den Besitz materieller Dinge befriedigt. Beispielsweise wird Kleidung nicht nur gekauft, um etwas zum Anziehen zu haben. Statt dessen leistet man sich teure Designerkleidung für das Gefühl zu einer angesehenen Bevölkerungsschicht zu gehören und so das eigene Selbstbewusstsein zu stärken.Um nachhaltig glücklich zu werden, hilft das aber leider nur bedingt.

Denn besitzt man erst einmal ausreichend Geld zur Erfüllung der Grundbedürfnisse, zählen immaterielle Dinge weitaus mehr für das menschliche Glück. Zu den wichtigsten Glücksfaktoren zählen gemäß den World Happiness Reports z.B. eine stabile Beziehung, Kinder, Freundschaft, Geselligkeit, Gesundheit oder auch ein den eigenen Fähigkeiten entsprechender Beruf. Außerdem halten im Vergleich zu den materiellen Bedürfnissen die Glücksgefühle bei der Erfüllung solcher immaterieller Bedürfnisse länger an.

Was macht mich glücklich?

Ich kann das aus persönlicher Erfahrung nur bestätigten. Während ich so viele tolle materielle Dinge genoss, war ich wirklich glücklich. Doch das war ich nur für eine kurze Zeit. Nach ein paar Jahren habe ich mit Freude das schönste 5-Sterne-Hotel für eine Übernachtung im eigenen Bett getauscht. Ich gebe dem simpelsten selbst gekochen Gericht den Vorzug vor jedem noch so schicken Restaurant. Ich tausche aufwändige Veranstaltungen gegen Zeit mit Freunden. Denn was bringt mir das schönste Zimmer, das herausragendste Gericht oder die größte Veranstaltung, wenn ich es nicht mit einem geliebten Menschen teilen kann?

Mein allergrößtes Glück habe ich in diesem Jahr gefunden: Ich habe die Liebe meines Lebens geheiratet und mit ihm eine Tochter bekommen. Diese beiden Menschen machen mich glücklicher als alles andere auf der Welt und insbesondere durch unsere Tochter lernte ich, zu wieviel Liebe ein Mensch fähig ist. #Mutterliebe

Hattest du schon einmal etwas angesehen und Tränen in den Augen, weil es dich so unendlich glücklich macht? Dein Haus, dein Auto, deinen Arbeitsplatz, deine Gehaltsabrechnung, deine Urlaubsbuchung….?

Glück kann man nicht kaufen!

Was einen Menschen nachhaltig glücklich macht sind also gar keine Dinge. Man kann Glück nicht kaufen – egal wieviel Geld man investiert. Und das bedeutet, dass es sich wirklich jeder leisten kann. Denn für das, was wirklich nachhaltig glücklich macht, muss man Zeit investieren. Für die Pflege einer guten Partnerschaft, für Treffen mit Freunden, für eine gesunde Ernährung und Sport, für das Besinnen auf die eigenen Fähigkeiten etc.. Und wir haben alle gleich viel Zeit – nämlich 24 Stunden am Tag. Es liegt ganz bei uns, wie wir sie nutzen.

Viele werden sich jetzt denken: „Die hat gut reden, ich muss meine Schulden abtragen, mein Haus und mein Auto abbezahlen und so weiter. Dafür muss ich viel arbeiten, um genug Geld zu verdienen.“ In dem Fall kann man sich aber auch einfach mal fragen, ob man wirklich das große Haus und das teure Auto benötigt und ob es nicht vielleicht doch eine kleinere Version auch tut. Oftmals braucht man materielle Dinge gar nicht wirklich und besitzt sie nur, um andere zu beeindrucken und zu zeigen, dass man „es geschafft hat“.

Also:
Frage dich, was dich wirklich glücklich macht und nutze deine Zeit doch lieber dazu, glücklich zu sein statt teure, leblose Dinge anzuhäufen! <3

 


Foto: beloved little Sister

Bearbeitung: TrashArt