In einem dankbaren Herzen herrscht ewiger Sommer

Dankbarkeit SabrinaGarre

Das Jahr geht zu Ende und überall gibt es Jahresrückblicke auf 2017 zu sehen. In diesen geht es meist darum, was in dem Jahr alles so passiert ist. Für Fernsehsendungen etc. ist das sinnvoll, doch im Privatleben sollte man doch nicht einfach nur eine Liste der Ereignisse im Leben abarbeiten, oder? Sollte man nicht lieber einen Schritt weiter gehen und den Ereignissen eine Bedeutung geben? Denn jedes Ereignis, hat zwei Seiten – eine gute und eine schlechte. Auch, wenn es nicht immer einfach ist, das Gute zu erkennen, ist es immer da und ich habe ja auch schon mehrmals davon berichtet, wie wichtig eine positive Einstellung im Leben ist. Darum geht es heute um Dankbarkeit.

Wofür Dankbarkeit?

Was Dankbarkeit ist, brauche ich wohl kaum zu erläutern. Das Gefühl kennt sicher jeder. Aber wusstest du, dass Dankbarkeit tatsächlich glücklicher macht? Robert Emmons und Michael McCullough haben im Jahr 2003 die Ergebnisse ihrer Studien zu den Auswirkungen von Dankbarkeit veröffentlicht.

In ihren Studien teilten sie die Probanden (Teilnehmer) in drei Gruppen auf, die eine Art Tagebuch führen sollten:

  • eine Gruppe schrieb 5 Dinge auf, für die sie dankbar war
  • die zweite schrieb 5 Dinge auf, die schlecht gelaufen waren
  • und die dritte Gruppe berichtete neutral über ihre Erlebnisse.

In einem ersten Versuch sollten die Probanden über 10 Wochen einmal wöchentlich Tagebuch führen, in einem zweiten Versuch sollten sie es über 2 Wochen täglich tun.

Die Forscher kamen zu dem deutlichen Ergebnis, dass Dankbarkeit zu messbar mehr Optimismus führt. Die Probanden erlebten mehr positive Gefühle, waren hilfsbereiter und fühlten sich sozial verbundener. Auch ihr Schlaf hatte sich verbessert (sie schliefen länger und besser). Zudem erlebten die Dankbarkeits-Probanden im 10-Wochen-Versuch sogar physische Verbesserungen – sie fühlten sich gesünder, körperliche Beschwerden ließen nach und sie trieben mehr Sport.

Warum ist so wichtig bewusst dankbar zu sein?

Unser Gehirn fokussiert sich naturgemäß auf das Negative, auf Unregelmäßigkeiten, Gefahren und Probleme. Das macht vor dem Hintergrund der Evolution auch absolut Sinn. In der Natur geht es um das Überleben und der Mensch ist Teil der Natur. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass es im Sinne der Selbsterhaltung viel wichtiger ist, sich Gefahren anstelle von Freude zu merken. Tritt eine bereits erlebte Gefahr erneut ein, kann der Mensch seine Erinnerung daran abrufen und somit schneller handeln.

Heute sind wir Menschen natürlich nicht mehr in demselben Maße tödlichen Gefahren ausgesetzt, wie wir es noch vor Urzeiten waren. Trotzdem blieb dieser Instinkt erhalten und so konzentrieren auch wir uns (oft unbewusst) mehr auf die negativen als auf die positiven Dinge in unserem Leben. Das passiert zumindest so lange, bis wir bewußt an einem positiven Denken arbeiten. Welche Folgen das haben kann und was uns positives Denken bringt, haben wir uns ja schon vor einiger Zeit angesehen (hier).

Nicht jeder Tag ist gut, aber jeder Tag hat etwas Gutes!

Dankbarkeit für die schlimmen Dinge im Leben…

Alles hat zwei Seiten. Das ist das Gute am Schlechten und das Schlechte am Guten.

Auch, wenn es in der akuten Situation ein schwacher Trost ist, doch selbst die wirklich schlimmen Tage im Leben haben somit auch etwas Gutes. Das zu sehen, erfordert in der Regel Mühe und meist kann man das Gute daran erst nach einiger Zeit erkennen. So findet manch einer nach einer Kündigung seinen Traumjob; ein wichtiger Termin platzt und man fährt nicht auf der Strecke, auf der ein tragischer Unfall passiert; eine geliebte Person stirbt, die sich andernfalls mit Schmerzen hätte quälen müssen; eine Krankheit oder ein Unfall bringt einen dazu, sein Leben zu überdenken, zu erkennen, was wirklich wichtig ist und so endlich glücklich zu werden…

Dankbarkeit für die kleinen Dinge im Leben…

Meist sind es aber die kleinen Dinge, die das Leben schön und lebenswert machen. Und oft sind diese für uns so selbstverständlich, dass wir sie gar nicht mehr wahr nehmen. Die wenigsten von uns müssen sich Sorgen um die Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse, wie beispielsweise Nahrung oder ein Dach über dem Kopf, machen. Wir sind so aufgewachsen, es war also immer so und wir haben nie mit einem Mangel an wirklich lebenswichtigen Dingen kämpfen müssen. Nichtsdestotrotz sind diese Dinge halt eben nicht selbstverständlich – was man insbesondere dann erkennt, wenn man in manch andere Region der Erde schaut!

Manchmal sind wir aber auch einfach zu beschäftigt, um die schönen Dinge im Leben wahrzunehmen. Wer in Gedanken permanent Probleme wälzt oder geistig schon im nächsten Termin steckt wird kaum die schönen Blumen am Wegesrand beachten und sich daran erfreuen. Das Zauberwort heißt hier: Achtsamkeit.

Kleine, alltägliche Dinge für die wir dankbar sein können, sind beispielsweise liebe Menschen in unserem Umfeld, unsere Haustiere, ein schönes Zuhause, Gesundheit, eine erfüllende Arbeit, nette Kollegen, der Gesang der Vögel, die Farbenpracht der Blumen, ein strahlender Himmel, ein leckeres Getränk oder Essen, oder oder oder…

Dankbarkeit ist gar nicht schwer…

Mit Hilfe von Achtsamkeit kann jeder Dankbarkeit lernen und üben. Und wer auf diesem Weg lernt, mit offenen Augen durch das Leben zu gehen, achtsam mit sich und seiner Umwelt umzugehen, der findet ganz sicher viele wundervolle kleine und „unwichtige“ Dinge, an denen er sich erfreuen kann.

In diesem Sinne verabschiede ich mich für dieses Jahr von euch und wünsche euch einen guten Rutsch in ein fantastisches 2018!
Ich danke jedem einzelnen von euch von Herzen für eure Treue und Unterstützung! <3

 


Foto & Bearbeitung: Trash-Art by Dionisio Martena



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