Schwer im Stress?

Stress

Stressbedingte physische Erkrankungen

Wie bereits im letzten Artikel (hier) beschrieben, entsteht Stress im Kopf. Er wirkt sich aber auf den Körper aus und so kann dauerhafter Stress sogar richtig krank machen. Typische durch Stress verursachte Erkrankungen sind Herz-Kreislauf-Probleme, Schlafstörungen, Appetitverlust, Verdauungsprobleme, nachlassende Libido, oder Kopf- und Rückenschmerzen.

Meine Stresssymptome…

Bestimmt kennen einige von euch das Problem, trotz Gesundheit körperliche Beschwerden zu haben, sei es ein nervöser Magen, Kopfschmerzen, Rückenbeschwerden, oder oder oder. Zunächst sucht man die Ursache in einem körperlichen Problem und nach einer Reihe von Untersuchungen sind sich alle Ärzte darüber einig, dass man kerngesund ist. Erst dann zieht man in Erwägung , dass vielleicht einfach nur der Kopf „dran schuld“ sein könnte.

Ich selbst habe ewig gebraucht, bis ich meine Stresssymptome als solche verstanden hatte. Vielleicht sollte ich kurz erwähnen, dass ich immer ein extrem ehrgeiziger und leistungsorientierter „Kopfmensch“ war. Selbst wenn es mir nicht immer gut ging, konnte ich trotzdem hervorragend „funktionieren“. Jahrelang hatte ich in unregelmäßigen Abständen an Nackenproblemen gelitten (es sieht dann so aus, als hätten sich die Halswirbel verschoben), die zu wahnsinnigen Kopfschmerzen führten. Diese waren so schlimm, dass ich mir teilweise nicht mehr zu helfen wusste. Trotz starker Schmerzmittel war es nicht auszuhalten und ich presste beide Händen mit aller Kraft gegen meinen Kopf, um die Schmerzen irgendwie zu ertragen.

Klar musste da mal geschaut werden was los war und ich habe eine richtige Ärzte-Odyssee hinter mich gebracht

Ich war beim Augenarzt, beim Orthopäden, habe ein Belastungs- und ein Langzeit-EKG gemacht, es wurde die Leitfähigkeit der Nerven getestet, ein MRT vom Kopf gemacht und so weiter und so fort. Das Ergebnis: „Sie sind gesund!“ Nach einiger Zeit hatte ich so meine Taktiken parat. Ich spürte recht frühzeitig, wenn es wieder losging. Zudem hatte ich meinen Weg gefunden, mit den akuten Schmerzen umzugehen ohne daran zu verzweifeln. Lange Jahre zogen ins Land und ich kämpfte mich so durch. Durch den Sport fing ich langsam an, genauer in meinen Körper hineinzuspüren und besser auf ihn zu achten, was ich vorher nie so wirklich getan hatte. Und heute weiß ich, dass mir mein Körper auf diesem Weg einfach nur sagt, dass alles zu viel wird und ich mich zurücknehmen muss. Der Kopfmensch hat gelernt, dass der Körper ihm wahnsinnig viel erzählt, wenn er ihm einfach nur vernünftig zuhört 😉

Stressbedingte psychische Erkrankungen

Für Dauerstress bekommen wir also oftmals die Quittung in Form von Erkrankungen. Neben den bereits oben aufgeführten stressbedingten physischen Erkrankungen kann Stress aber auch eine Reihe psychischer Erkrankungen auslösen. Typische Beispiele hierfür sind Depressionen, psycho-physische Erschöpfungszustände („Burnout“ ist keine anerkannte Diagnose 😉 ), Angst und Angststörungen, Nervosität und Unruhe oder Konzentrationsstörungen.

Schaut man sich die Auswertung der DAK Gesundheit (Gesundheitsreport 2016 und 2017) an, sieht man, dass psychische Krankheiten allein im letzten Jahr von Platz 3 auf Platz 2 in der Liste der wichtigsten Krankheitsarten gerutscht sind. Sie bekommen also scheinbar einen immer höheren Stellenwert.

Weiterhin erkennt man eine wirklich besorgniserregende Entwicklung der psychischen Erkrankungen im Verlauf der letzten 20 Jahre. Die Kurve der folgenden Grafik zeigt einen ganz deutlichen Aufwärtstrend. Heute haben wir mehr als die dreifache Anzahl von AU-Tagen und -Fällen verglichen mit 1997.

Wie kommt es zu diesen Zahlen?

Man darf sich natürlich nicht von den reinen Zahlen in die Irre führen lassen. Die Zunahme der AU-Tage und -Fälle liegt nicht allein daran, dass immer mehr Menschen psychisch erkranken. Die wachsende Zahl liegt auch mit darin begründet, dass sich die Forschung immer weiterentwickelt hat. Somit werden viel mehr Diagnosen gestellt, die man früher nicht immer als solche erkannte. Früher wurden oftmals einfach die Folgen psychischer Erkrankungen diagnostiziert und behandelt, wie beispielsweise psychisch bedingte Magen-Darm-Probleme.

Außerdem finden psychische Erkrankungen immer mehr Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft. Nicht jeder denkt an Menschen mit Zwangsjacken in Irrenanstalten (die ja in Gruselfilmen sehr beliebt sind), wenn man ihm sagt, dass eine Psychotherapie angemessen ist. Ich begrüße diese Entwicklung sehr, denn meiner Meinung nach sollten psychische Krankheiten den physischen Krankheiten gleichgestellt werden. Die Erkrankten leiden an beiden gleichermaßen und haben in beiden Fällen ernstzunehmende Beschwerden.

Letztlich ist es vermutlich eine Kombination aus allen drei Faktoren: Es gibt immer mehr psychische Erkrankungen, diese werden immer besser diagnostiziert und die Menschen gehen offener damit um (wodurch sie ebenfalls besser diagnostiziert werden können). Nichtsdestotrotz finde ich die Entwicklung wirklich besorgniserregend…

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Foto & Bearbeitung: Trash-Art by Dionisio Martena


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