Yoga KANN gefährlich sein…worauf man achten sollte

SabrinaGarre Yoga

Warum kann Yoga gefährlich sein?

Yoga hat extrem viele Vorteile

Das wisst ihr bereits, denn davon habe ich ja schon in meinem letzten Artikel erzählt. Wer es nochmal nachlesen möchte, findet hier mehr Informationen zu den Vorurteilen gegen Yoga und den Vorteilen von Yoga.

Doch jeder Sport birgt auch Risiken

So wie bei allen anderen Sportarten gibt es natürlich auch im Yoga ein gewisses Verletzungsrisiko. Führt man Asanas (Körperhaltungen) nicht korrekt aus oder überschätzt man sich und geht über seine Grenzen können gezerrte Muskeln, gereizte Gelenke, entzündete Nerven, gerissene Bänder oder aber auch Verletzungen an Wirbelsäule, Schulter-, Knie- und Hüftgelenken die Folge sein.

Da ein Großteil der Schmerzen erst zeitverzögert aufkommt, haben viele Yoga-Praktizierende Beschwerden, die sie gar nicht mit Yoga in Verbindung bringen.

Die Gefahr ist besonders hoch, wenn schlecht ausgebildete Lehrer auf übereifrige Schüler treffen.

William J. Broad, ein Wissenschaftsjournalist der „New York Times“ hat sich über 5 Jahre mit Yoga und seinen Risiken beschäftigt und sieht einen Hauptgrund für Yoga-Verletzungen in den Lehrern:

Immer mehr Anbieter drängen in den Markt. Und zu viele sind nicht dafür ausgebildet, Schüler umsichtig und achtsam, auch unter Berücksichtigung körperlicher Einschränkungen, zu unterweisen. […] Gute Yogalehrer drosseln das Tempo ehrgeiziger Schüler eher, als sie anzutreiben.

Es kann gefährlich werden, wenn schlecht ausgebildete Yogalehrer oder auch andere Trainer grundlegende Dinge falsch machen. Wenn beispielsweise die Grundhaltungen nicht stimmen und ein Fuß falsch steht, wirkt sich das auf den kompletten Körper aus (in meinem Artikel zum Barfußlaufen habe ich diese Kettenreaktion beschrieben). Trainieren diese Leute selbst,  sind Verletzungen an ihren Fußgelenken, Knien und Hüfte vorprogrammiert. Da ist es fraglich, ob sie genau diese Fehler bei ihren Teilnehmern sehen und entsprechend korrigieren können.

Sind sich die Teilnehmer zusätzlich nicht ihrer Grenzen bewusst oder übergehen körperliche Einschränkungen und werden nicht entsprechend betreut, ist das ebenso gefährlich. Eine Kombination von schlecht ausgebildeten Lehrern und übereifrigen Schülern führt folglich zu  einem besonders hohen Verletzungsrisiko.

Yogalehrer/in ist kein geschützter Beruf

Was bedeutet das? Jeder, wirklich jeder kann sich als Yogalehrer/in bezeichnen und Yogaunterricht anbieten.

Ein Beruf ist reglementiert, wenn Sie einen bestimmten Abschluss haben, besondere Prüfungen ablegen oder sich bei einer Berufsorganisation registrieren lassen müssen, bevor Sie ihn ausüben dürfen.

Nach der deutschen Handwerkszeitung sind in Deutschland 152 Berufe reglementiert / geschützt. Alle anderen Berufsbezeichnungen können mehr oder weniger „einfach so“ geführt werden. Ich hätte also durchaus schon vor einiger Zeit einfach loslegen können. Und das wußte ich schon, als ich entschied Yogalehrerin zu werden. Ich hatte bereits einige Jahre Yogaerfahrung auf dem Buckel und konnte für mich gut trainieren. Aber die Verantwortung für andere zu übernehmen ist dann doch nochmal eine ganz andere Hausnummer! …und wenn ich etwas mache, dann möchte ich es auch wirklich gut machen!

Dasselbe gilt übrigens auch für Trainer

Auch die Berufsbezeichnung Trainer ist nicht geschützt. Daher variiert auch hier die Qualität des Trainings abhängig von der Person, die es leitet. Etwas gruselig finde ich, dass es Unternehmen gibt, die Lizenzen an Fitnessstudios verkaufen und dann deren Leute innerhalb von 2 Tagen zu Trainern bestimmter Kurse „ausbilden“. Da gibt es also Leute, die eine Art Yoga-Workout unterrichten – aber keine Yogalehrer sind. Oder aber auch Leute, die eine Art Ballett-Workout unterrichten – aber keinerlei Balletterfahrung haben…also von den zwei Tagen mal abgesehen. 😉

Mit dem richtigen Lehrer ist Yoga eine sichere Sportart

Mediziner der University of Alabama beschäftigten sich mit der Frage „Wie gefährlich ist Yoga?
Dazu werteten sie Krankenhausmeldungen aus den Jahren 2001 bis 2014 aus, in denen erwähnt wurde, dass die Patienten vor den Beschwerden Yoga praktiziert haben. Dabei kamen sie unter anderem zu folgendem Ergebnis:

„Yoga ist eine sichere Sportart“, schlussfolgern die Forscher. Natürlich solle man sich, besonders im Alter, ein wenig vorsehen, die eigenen Grenzen kennen, Yogalehrer sollten qualifiziert sein und auf die richtige Ausführung der Übungen achten. Noch gefährlicher als ein Stolpern auf der Yogamatte ist ja leider, zu viel herumzusitzen.

Angelika Beßler, die Chefin des Berufsverbands der Yogalehrenden in Deutschland, bestätigt noch einmal die Wichtigkeit einer guten Ausbildung:

Gut ausgebildete Yogalehrer wissen um das Risiko, sich zu überfordern.

Ein gut ausgebildeter Lehrer kann seine Schüler einschätzen und die Übungen an die Bedürfnisse seiner Schüler anpassen. Dabei ist es immer möglich mit entsprechenden Hilfsmitteln zu unterstützen. Um einzuschätzen, welche Variante sich für bestimmte körperliche Einschränkungen eignet, sind aber beispielsweise Kenntnisse über die menschliche Anatomie und Physiologie unumgänglich.

Achtet man auf eine gute Ausbildung des Yogalehrers, muss man nicht mit seiner Gesundheit bezahlen

Eine gute Ausbildung und ständige Weiterbildung bekommt leider niemand geschenkt. Wie in jedem anderen Beruf wirkt sich das verständlicher Weise auch bei Yogalehrern aus. Und wie bei allem ist auch hier nicht unbedingt der günstigste Preis der beste! Zu wissen, wie eine Pose ausgeführt wird ist etwas ganz anderes als zu wissen, wofür sie gut ist, unter welchen Umständen man sie nicht ausführen darf, wie man Fehler korrigiert, wie man bei körperlichen Einschränkungen unterstützt, welche Hilfsmittel sich eignen und welche Prozesse körperlich wie auch psychisch durch die Pose ausgelöst werden.

Daher möchte ich euch ans Herz legen, auf  euch aufzupassen und auf die Qualifikation eurer Yogalehrer und Trainer zu achten.

Sonst spart ihr vielleicht am falschen Ende und bezahlt letztlich mit eurer Gesundheit.
…und das ist dann doch sehr viel teurer 😉

 


Foto & Bearbeitung: Nerd Hexe